Mein Weg in die digitale Fotografie

Lange Zeit war ich von der digitalen Fotografie nicht überzeugt. Meine Einstellung änderte sich aber dann als ich nach vielen Jahren mal wieder meine Bilder sichtete. Erschrocken musste ich feststellen, dass analoge Fotografie, besonders wenn es sich um Aufnahmen im DIA-Positiv-Verfahren handelt, das von mir vorwiegend genutzt wurde, keinesfalls für die Ewigkeit haltbar waren wie man das von den Papierabzügen und normalen Negativstreifen kennt. Bei vielen Dias hatte der chemische Prozess weitergewirkt und sie wurden, teilweise bis zu Unkenntlichkeit, farbstichig. Und das betraf keinesfalls nur No-Name Filmmaterial, auch Filme der Markenhersteller waren davon immer wieder betroffen. Mittlerweile wurde der gesamte Bildbestand digitalisiert. Die Sicherung erfolgt jetzt durch ein ausgeklügeltes Datensicherungssystem. Mit etwas Glück bleiben die Erinnerungen lange erhalten. Ich hoffe es zumindest und darum hier ein kleiner Abriss wie ich mir die Digitalfotografie erschlossen habe.

Im Jahr 2000 kaufte ich mir dann meine erste digitale Kamera, eine FujiFilm DX10.

Mit ihren 850.000 Bildpunkten war sie noch beileibe keine Alternative zu meiner analogen Spiegelreflex, der ich noch lange die Treue halten sollte. Aber immerhin lieferte sie die Fotos für meine allererste Webseite.

Die Smart-Media Karte ist auch ein Speichermedium das wieder vom Markt verschwunden ist.

Die Kamera wurde damals über eine RS 232 Schnittstelle mit dem PC verbunden. Die sucht man heute bei einem Computer auch vergebens. Die Übertragung von Bildern von dieser Speicherkarte auf den Rechner funktioniert aber immer noch mittels Universalkartenleser.

Zwei Jahre später erfolgte dann der erste, kleine Aufstieg. Eine Praktica DCZ 2.2 wurde erworben. Diese Kamera begleitete mich auf meiner Fahrt mit der Vespa ans Nordkap. Für die Große Spiegelreflex war hier der Platz nicht vorhanden und so entstanden die Bilder dieser Reise, die auch auf dieser Webseite dokumentiert ist, mit dieser kleinen Kamera. Zum ersten Mal spielte die digitale Fotografie eine gehobenere Rolle, wenn auch ich zu Hause weiter mit meiner analogen Kamera aktiv war. Der Energiehunger der kleinen Kamera war unglaublich. Akkus verweigerte sie aufgrund der etwas niedrigeren Spannung. Es war also ratsam immer frische Batterien mitzuführen.

Auch die Compact-Flash Karte hat als Speichermedium nicht die Zeit überdauert.

Der Anschluss an den Computer erfolgte bei der Praktica aber bereits über USB.

Bereits im darauffolgenden Jahr erfolgte mein Einstieg in die Welt von Canon. Wieder nur mit einer kleinen Kompakten, der PowerShot A610 hatte aber jetzt schon 5 Mega Pixel. Der Funktionsumfang dieser Kamera orientierte sich damals durchaus an den damals gebräuchlichen Canon Spiegelreflex Kameras, wobei die Bedienung doch sehr umständlich war. Die Bildqualität war jetzt jedoch schon ansprechend.

Dieser Kamera sollten in sehr schneller Folge noch die Modelle A620 und A650 folgen. Letztere war seinerzeit das Flaggschiff der Canon Kompakt-Serie A.

Auch wenn, sie heute nicht mehr an die Qualität guter Smartphone Kameras heranreicht nehme ich sie doch noch gerne zum Fotografiere, wenn ich auf viel Gewicht verzichten möchte. Vermittelt sie mir doch immer noch die Haptik eines Fotoapparats. Das wird wohl ein „Telefon“ bei mir niemals schaffen können.

Von links nach rechts: 5 / 7.1 / 12.1 Mega-Pixel

Und es ging weiter, wenn auch immer noch nicht mit dem Spiegel.

2007 erwarb ich eine Canon PowerShot SX10 IS, eine sogenannte Bridge Kamera. Der Name ist hier Programm. Sie ist eine Art Brücke von der Kompaktkamera zur Siegelreflex. Sie hat ein fest verbautes Objektiv, welches jedoch einen nahezu atemberaubenden Brennweitenbereich hat. Außerdem ist sie die erste Kamera die anstatt des optischen einen elektronischen Sucher hat. Sie ist eigentlich eine ideale Reisekamera, wenn man das Gewicht der Spiegelreflex scheut. Für mich zeichnete sich mit dieser Kamera das Ende der analogen Fotografie ab.
 Später erwarb meine Lebensgefährtin für sich selbst noch das Nachfolgemodell, die SX50. Diese Kamera begleitete sie auf unseren Fernreisen, während ich da schon lange mit der digitalen Spiegelreflex unterwegs war. Diese Kamera ging nach ihrem Tod in meinen Bestand über. Ich habe es mit ihr versucht, aber ich konnte mit diesem Modell nicht vertraut werden. Nie gelang es mir Bilder in der Qualität zu schießen wie meine Lebensgefährtin es geschafft hatte. Sie ruht jetzt einfach im Fundus.

Der finale Schritt erfolgte dann im Jahr 2009 mit dem Erwerb einer EOS 500D. Die analoge Fotoausrüstung wurde vollständig für kleines Geld in Zahlung gegeben. Kurz darauf kaufte ich auch noch ein zweites Gehäuse dieses Models. 

Nach und nach wurden weitere Objektive und anderes Equipment (Filter, Blitzgeräte etc.) dazu gekauft. Heute habe ich eine vollständige Ausrüstung, die mir so gut wie alle Möglichkeiten der Fotografie erschließt.
 2011 konnte ich dann auf einem Flohmarkt nochmal einen keinen Schritt vorwärts machen. Für damals mal gerade 150 Euro konnte ich eine EOS 650D mit einem recht wertigem Canon Original Objektiv erwerben. Die sollte mich dann für fast 15 Jahre begleiten.
 Nachdem meine Tochter das Fotografieren wieder aufgegeben hat nahm ich auch ihre Canon EOS 1200 D in meinen Bestand auf. 

Natürlich kam irgendwann der Wunsch auf sich mit neuer Technik zu umgeben. Mehr Lichtstärke, ein schnellerer Prozessor, eben mehr Möglichkeiten.

Und 2026 war es dann so weit. Eine Canon EOS R10, eine spiegellose Systemkamera, hielt Einzug. Damit auch der finale Abschied vom optischen Sucher. Die Qualität des Minidisplays der R10 ist aber beileibe nicht mehr mit der einer SX10 vergleichbar. Ich war ganz hin und weg beim ersten Blick durch diesen Sucher. Wobei das für mich als Brillenträger ein ganz großes Fragezeichen war. Aber da ist alles im grünen Bereich. Bisher war es so, dass ich durch den brillenbedingten Abstand zum Sucher nie das gesamte Motiv erfassen konnte. Bei der R10 lässt sich das Bild etwas verkleinern und jetzt ist für mich alles vollständig sichtbar. Das ist ungeheuer komfortabel.

Aber meine Verbindung mit dieser Kamera war anfänglich nicht wirklich glücklich. Die R10 ist ein Technikmonster. Ihr Funktionsumfang ist nahezu unbeschreiblich. Eine Bedienungsanleitung ist da auch nicht wirklich hilfreich. Ich habe mir dann ein Buch zugelegt. Dort erklären die Fotografie begeisterten Autoren auf 350 (!) Seiten alle Kamerafunktionen. Das lässt dann wohl erahnen, dass mein Einstieg mit diesem Modell nicht wirklich ungetrübt war Nein es ging sogar soweit, dass ich nach den ersten Versuchen durchaus überlegt hatte die Kamera wieder zurückzugeben. Auf einmal wünschte ich mit sehnlichst meine alte analoge Spiegelreflex mit ihrer simplen Nachführbelichtungsmessung und ohne jeglichen Schnickschnack zurück. Die ersten Bilder mit der R10 waren eine einzige Katastrophe.

Jetzt nach etwa 2 Monaten versöhne ich mich langsam mit der Kamera. Auch wenn es immer noch passiert, dass man versehentlich eine Einstellung ändert und sich danach zeitintensiv durch die Menüs quälen muss um das Problem wieder zu korrigieren. Das Buch hat man natürlich nicht auf dem Fotoausflug dabei. 😄

Mit der R10 hat Canon auch ein neues Bajonettsystem eingeführt. Jedoch gibt es die Möglichkeit über einen Adapter seine alten EF und ES-Objektive ohne Verlust an Funktion und voll kompatibel weiter zu verwenden. Das ist natürlich ein unschätzbarer Kostenfaktor. Trotzdem gibt man dadurch natürlich den Gewichtsvorteil gegenüber den RF-Objektiven auf. Aber ich bin ohnehin schwere Fotoapparate gewohnt.

Abschließend noch ein paar Worte.

Alle hier aufgeführten Digitalkameras sind noch in meinem Besitz und voll funktionsfähig, auch die Allererste.

Warum nur Canon?

Von meiner ersten Canon bis zu heutigen Spitzenmodel ist die Menüführung der Kameras nahezu identisch. Ich habe keine Lust mich auf eine neue Art der Bedienung einzuschießen.
 Die Qualität einer Kamera ist eigentlich nur abhängig von der Preisklasse. Innerhalb einer Klasse schenken sich die unterschiedlichen Hersteller nichts. Die Modelle sind da gleichwertig. Also ich bin kein Canon-Fetischist, der seine Kamera über alles stellt. Auch ist natürlich ein Herstellerwechsel immer damit verbunden, dass man seine Wechselobjektive und anderes Zubehör nicht mehr oder zumindest nicht vollkompatibel weiterverwenden kann. Dann wird’s eben sehr teuer und darum einmal Canon, immer Canon.

 

Mal sehen wo die Reise noch hingehen wird 😉